Denkmal "Handlberg" (Aidenbach)

Errichtet 1866 zum Gedenken an die über 3 000 heimattreuen Vils-, Rott- und Inntaler Bauern, Handwerker und Knechte, die um 8. Januar 1706 in der ?Schlacht von Aidenbach? von den kaiserlich-österreichischen Besatzungstruppen auf diesen umliegenden Hügeln und Tälern erbarmungslos niedergemetzelt worden sind.

 

Dem Massaker von Aidenbach ging am Weihnachtstag 1705 in der ?Sendlinger Mordweihnacht? (München) die Niederwerfung der Oberländer (oberbayerischen) Bauern durch die Österreicher voraus. Beide Auseinandersetzungen gehören zum sog. Spanischen Erbfolgekrieg, der zwischen 1701 und 1714 um den vakanten spanischen Königsthron zwischen den Herrscherhäusern Bayern und Frankreich einerseits und Österreich und England andererseits geführt wurde. Nach der Schlacht von Höchstädt (bei Ingolstadt) im August 1704, in der die vereinigte Armee Bayern-Frankreich der österreichischen Allianz unterlag, errichtete Österreich in Bayern ein brutales Besatzerregime. Mit schmachvoller Unterdrückung, rücksichtslosen Zwangsrekrutierungen und drückenden Steuerlasten hat man die einheimische Bevölkerung Altbayerns in unerträglicher Weise geknebelt. Diesen Menschen widerfuhr die schlimmste Erniedrigung, nämlich die Missachtung ihrer Würde und Freiheit durch eine verhaßte Fremdherrschaft. So kam es schließlich 1705/1706 zu einem Volksaufstand der bayerischen Landbewohner bei Sendling und Aidenbach, zu einem Kampf auf Leben und Tod.

 

Hier auf den Hügeln am und um den Handlberg stellten sich die fast nur mit Sensen, Dreschflegeln und Eisenigeln bewaffneten Bauern am 8. Januar 1706 der unter General von Kriechbaum aus Egglham in exakter militärischer Formation anrückenden kaiserlich-österreichischen Armee. Als die Bauern angesichts der waffenstarrenden Übermacht von ihrem militärischen Führern verlassen wurden, kam es zu einem Chaos. Die Niederbayern waren nun gänzlich der Brutalität  des Feindes ausgeliefert. Von mittags bis abends, so berichten die Chronisten, dauerte das Gemetzel, bei dem die flüchtenden Bauern erbarmungslos niedergehauen worden sind. Eine Fußmarschstunde weit bedeckten Leichen die Felder und Wiesen um Aidenbach. Von den ca. 7 000 aufständischen Bauern sind weit über 3 000 gefallen. Der Großteil davon wurde in Massengräbern auf den Höhen rund um den Markt Aidenbach beerdigt.

 

(Ludwig Maier, Kreisheimatpfleger, Vilshofen an der Donau)