Zum Inhalt springen

DER PARK IM MARKT AIDENBACH – KONZEPTIONELLE NEUGESTALTUNG IM RAHMEN EINER BACHELORARBEIT

von Nikolaus Fröhlich im Jahre 2020

Der Park befindet sich in Verlängerung des Angerdorfs in östlicher Richtung, unterhalb des Handlbergs.  Der Dekan-Schneid-Weg stellt dabei die gern genutzte Verbindung zwischen Dorf und Landschaft dar und ist das Rückgrat des Parks. Er wird von drei Seiten von Wohnbebauung und den zugehörigen Privatgrundstücken umschlossen, die Tallage stellt eine Besonderheit des Parks dar.
Die Anlage existiert seit ungefähr 60 Jahren, sie wurde als Privatgarten von Joseph Kainz angelegt. 1958 verlegte Joseph Kainz seinen Wohnsitz und den Firmensitz von Blitzschutzbau Joseph Kainz von Aldersbach nach Aidenbach. Zu seiner Villa, den Werkstätten und dem Bürogebäude (heute: Hausnummer 30 an der Vilshofener Straße) hatte die Familie Kainz einen Stall mit Pferden und einer Kuh. 1962 wurden die ersten Bäume gepflanzt. Sie waren teilweise so groß, dass sie einzeln auf Tiefladern transportiert werden mussten. Die genaue Herkunft der Bäume ist nicht mehr nachvollziehbar, vielleicht sind einzelne kleinere Exemplare auch Geschenke von Geschäftspartnern aus anderen Ländern gewesen. Nach dem Tod von Joseph Kainz wurde die Firma kurzzeitig von Fritz Rautenberg weitergeführt.
Heute ist das Gelände geteilt in die Wohnanlage „Leuchtenberg-Ring“ – mit ebenfalls ansehnlichem Baumbestand – und den Park in Gemeindebesitz.

BEWUCHS UND HERKUNFT

Erklärung Bewuchs
©Nikolaus Fröhlich
Abbildung 1: Namen und Herkünfte der vorhandenen Bäume im Aidenbacher Park

Die größte Qualität des Parks machen die verschiedenen Bäume aus. Die Nähe zum Dorfkern, der Spielplatz und die Verbindung in die freie Landschaft tragen das Ihrige zum Gelingen des Freiraums bei, doch die Bäume sind sicher das Alleinstellungsmerkmal des Parks. Auch wenn sich nicht jeder Besucher der Vielfalt bewusst ist, so werden doch die meisten bemerken, dass besondere Raritäten vorhanden sind.
Es muss aber auch gesagt werden, dass erst durch das Bemerken, Wahrnehmen und Kennenlernen der Arten durch die Menschen die Anlage ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Ein erster Schritt in Richtung „Kennenlernen“ sind die Namen, die in der Abbildung 1 oben ablesbar sind. Auch die ungefähren Herkünfte der Arten sind wissenswert und in gewisser Weise ein Indiz für ihre Außergewöhnlichkeit in der Region. Nutzungsmöglichkeiten (Waldbau, Küche, Medizin, Handwerk und Gartenkunst) sowie ökologische Zusammenhänge der Gehölze eröffnen eine ganz neue Betrachtungsweise auf diese Pflanzen, die man sonst nicht so intensiv beachtete.

PRINZIPIEN DER RAUMGESTALTUNG

Erklärung von Verbindung, Gradient und Rahmen
©Nikolaus Fröhlich
Abbildung 2: Die drei grundlegenden Prinzipien der Raumgestaltung für die Weiterentwicklung des Aidenbacher Parks

Natürlich geht es im Park nicht nur um Bäume, das wird auch in Zukunft nicht das Ziel sein. Drei grundlegende Prinzipien der Raumgestaltung (Abbildung 2) wurden für den Park erdacht, um seine Eigenart zu erhalten und seine Funktion zu stärken. Der nachfolgende Konzeptplan (Abbildung 3) will einen konkreteren Ansatz aufzeigen, der das Arboretum (Baumsammlung), die Erholungs-, sportliche und spielerische Nutzung zusammenfügt. Die Wegeführung, die Anordnung der Anlagen und Pflanzungen sind so gestaltet, dass sie den Raum mit allen Eigenschaften möglichst gut und mit Synergien nutzen. Ein Mehr an Wegen erschließt mehr Fläche und macht die Bäume und den Teich erlebbarer, mehr Bäume und Sträucher am Rand fassen den Raum besser und erhöhen die Biodiversität, mehr Aufenthaltsplätze ermöglichen weitere Blickwinkel.
Der Erfolg des Parks wird sich daran messen lassen, wie gut er von den Aidenbachern angenommen wird. Diese Akzeptanz und vielfältige Nutzung ist schließlich das Ziel der Umgestaltung. Daher darf nicht einfach nur das ökologisch und ästhetisch Vorgezeichnete umgesetzt werden, vielmehr sollten die Nutzer direkt mit in den Prozess geholt werden. Fragen sollten von den Aidenbachern gestellt werden und sie sollten auch Antworten finden. Einmal zum Konzept an sich und dann zur Ausformulierung der Elemente wie den Pavillons, dem Spielplatz, der konkreten Pflanzenauswahl und -anordnung…
Wünsche und Anregungen von Vereinen, der Jugend, den Senioren und allen dazwischen können helfen, den Park nachhaltig und attraktiv zu gestalten.

KONZEPTPLAN

Konzeptplan Grafik
©Nikolaus Fröhlich
Abbildung 3: Konzeptplan für eine mögliche Weiterentwicklung des Aidenbacher Parks

IHRE ANSPRECHPARTNERIN

BAUAMT

Anna-Lena Prüfling
Zimmer 12 1. OG
Marktplatz 18 | 94501 Aidenbach
Tel. +49 8543 9603-14
anna-lena.prueflingaidenbachde